Unsere letzte Tauchfahrt ging über Ostern nach Den Osse, Holland. Die
Außentemperaturen lagen bei ca. 4-8°C, die Wassertemperaturen ebenfalls. Bei
Regen und teilweise starkem Wind war das Umziehen nach dem Tauchen eine wahre
Pracht. :-)) Nach den zahlreichen Tauchgängen haben wir uns meist alle
versammelt und die Abende miteinander verbracht. So kam immer eine gute Stimmung
auf, und auch neue Vereinsmitglieder, wie ich eines bin, fühlten sich schnell
wohl, und von der Gemeinschaft aufgenommen.
Der beste Tauchplatz war Europort (Rotterdam). Dort war die Sicht sehr gut
(einige Meter), und der Tauchgang interessant. Neben einheimischen Tieren
(Krebse, Hummer, Seesterne etc.) tummelten sich in einigen Metern Tiefe auch
Auto- und Bootwracks.
In
diesem Jahr fand unsere Vereinsfahrt nach Ägypten, und zwar nach Safaga statt.
Ägypten. Am Donnerstag, den 22. Oktober endete die
einwöchige Vereinsfahrt der Tauchabteilung des SV Raadt. Acht Vereinsmitglieder
begaben sich diesmal nach Ägypten auf eine Tauchsafari, die sie in den südlichen
Teil des Roten Meeres führte.
Entstanden ist die Idee für diese Fahrt vor gut einem Jahr. Hierbei spielte
der Gedanke eine Rolle, nicht immer nur die übliche Flora und Fauna der
ägyptischen Unterwasserwelt zu sehen, die den meisten Teilnehmern schon
hinlänglich bekannt ist, sondern ein Ziel anzusteuern, bei dem Haibegegnungen an
der Tagesordnung sein sollten. Deshalb entschied man sich für eine Tauchsafari,
die die Teilnehmer zu den drei vielleicht spektakulärsten Tauchplätzen im
ägyptischen Roten Meer führen sollte: Den Brother Islands, dem Daedalus Riff und
dem Elphinstone Riff.
Einen Monat vor Beginn der Fahrt schien es jedoch so, als stünde unsere Fahrt
unter keinem guten Stern. Von einem tödlichen Haiunfall, der sich in einem der
von uns angefahrenen Tauchplätze ereignet haben soll war die Rede. Ferner kam
uns zu Ohren, dass man dort verbotenerweise Haie angefüttert habe, wodurch die
Tiere ihre natürliche Distanz gegenüber Tauchern aufgehoben hätten und es zu
kritischen Rempelattacken gekommen sein solle. Die ägyptische Regierung habe
sogar die Sperrung eines Riffes, das wir ansteuern wollten, erwogen. Dass solche
Nachrichten nachdenklich stimmen, dürfte verständlich sein. Zwar wollte man
Haibegegnungen haben, als Haifutter gedachte man sich jedoch nicht hergeben zu
wollen.
Es zeigte sich jedoch, dass im Vorfeld vieles übertrieben wurde. Was uns vor Ort
tatsächlich erwarten sollte, waren fantastische Tauchgänge mit vielen
Haibegegnungen, die uns entgegen der anfänglichen Befürchtung vor allem die
Faszination dieser eher scheuen und eleganten Meeresräuber näher brachten.
Bereits der erste Tauchgang an den Brother Islands übertraf jede Erwartung.
Sollte doch der zunächst unförmige große Schatten, der aus dem Blau des Roten
Meeres auf die Taucher zu schwamm, die Form eines Walhais annehmen, des größten
Fisches der Meere, der selbst im Roten Meer nicht sehr häufig gesichtet wird.
Wieder auf dem Tauchschiff angekommen blieb den Tauchern noch nicht einmal die
Zeit, sich über diese einzigartige Begegnung zu verständigen, denn sofort
vernahm man aufgeregtes Gestikulieren, das auf einen Longimanus, einem
Weißspitzenhochseehai, aufmerksam machte, der gemütlich um unser Schiff seine
Bahnen zog, vermutlich in der Hoffnung, die einen oder anderen Essensreste, die
die Tauchschiffe abwerfen, ergattern zu können. Weiter auf dem Programm standen
dann Begegnungen mit Fuchs- Grauriff- und Hammerhaien. Vor allem letztere boten
eine Begegnung der besonderen Art. Nachdem wir zuvor schon das Glück hatten, auf
einzelne Hammerhaiexemplare zu stoßen, sollte sich am Daedalus Riff etwas
ereignen, was vermutlich bei uns allen tief im Gedächtnis verwurzelt bleiben
wird: Die Begegnung mit einer Hammerhaischule. Ca. 18 ausgewachsene Exemplare
dieser besonders faszinierenden Haiart umkreisten uns. Die Tiere kamen uns dabei
recht nahe, ohne dass sie für uns bedrohlich wurden. Es war eher die Neugierde
vor dem unbekannten Objekt des Tauchers, das sich die Tiere einmal näher unter
die Lupe nehmen wollten.
Am Ende waren wir uns alle darin einig, einen ganz außergewöhnlichen Tauchurlaub
verbracht zu haben. Das sahen sogar die erfahrenen Malediven Taucher unter uns
so. Dass Problem, das sich nun aus dieser Woche ergibt, ist, welches Ziel
zukünftige Clubfahrten noch haben können, da es unmöglich zu sein scheint, eine
solch spektakuläre Woche überbieten zu können.